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Frieden beginnt im Kopf

Mit diesem Titel haben wir unsere Arbeit überschrieben. Das mag zuerst seltsam klingen. Aber schauen Sie auf die großen Friedensstifter des 20. Jahrhunderts wie den US-Präsidenten Woodrow Wilson, den Gründer des Völkerbundes 1919, auf Versöhnungspolitiker wie den französischen Außenminister Robert Schuman, den eigentlichen Gründungsvater der EU, oder auf Papst Johannes XXIII., der nach der Kuba-Krise die katholische Friedenslehre neu konzipierte. Sie alle waren inspiriert von großen Visionen des Friedens, der Freiheit und des Rechts, die sie politische Wirklichkeit werden lassen wollten. Diese Botschafter des Friedens entwickelten ihre Visionen keineswegs aus dem Nichts, sondern indem sie sich das Friedensdenken der Klassiker unserer Tradition aneigneten und kreativ weiterentwickelten.

Die Bewahrung des Friedens ist komplex und vielschichtig. Spätestens seit der Anschläge in New York, Madrid und London zeigt sich, dass wir nicht mehr auf der stabilen Insel des ausgehenden 20. Jahrhunderts leben. Die Grenzen zwischen Frieden und Krieg verschwimmen ebenso, wie geografische Distanz an Bedeutung verliert.

Die Herstellung und dauerhafte Wahrung von Frieden erfordert grundlegend neue ordnungspolitische Konzepte und Sicherheitsstrategien. Diese intellektuelle Herausforderung wird somit zur großen Schicksalsfrage des 21. Jahrhunderts. Unverzichtbares Werkzeug ist die Tradition der europäisch-christlichen Friedensethik als unser geistiges Rüstzeug, um die Grundlagen einer neuen, globalen Friedensordnung zu entwerfen.