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Grundlagentexte erschließen

Seit über 30 Jahren erschließt das Institut für Theologie und Frieden die friedensethischen Klassiker von Augustinus über Thomas von Aquin, von dem frühneuzeitlichen Dominikanertheologen Francisco de Vitoria über den Jesuiten Francisco Suárez bis hin zu den Päpsten des 20. Jahrhunderts wie Johannes Paul II. Mittlerweile wuchs eine renommierte Bibliothek der friedensethischen Tradition, die weltweit ihresgleichen sucht.

Das neuste Projekt der Klassikerforschung am ithf beschäftigt sich mit Domingo de Soto (1494/5-1560). Er gehört zur berühmten Schule von Salamanca, welche die so genannte Spanische Spätscholastik im 16. Jh. mitbegründete. De Soto, der in der Forschung meist im Schatten des bekannteren Francisco de Vitoria steht, war Professor an der Universität von Salamanca, Beichtvater Karls V. und Teilnehmer am Trienter Konzil. Durch seine diplomatische Art hatten seine Werke großen Einfluss auf die Lehrmeinung zu Recht und Gesetz in seiner Zeit und somit auch auf unsere Vorstellungen bis heute. De Soto und sein Werk in ihrer Bedeutung für die Friedensethik zu erfassen und für heutige Leser zugänglich zu machen, ist Ziel dieses Projekts.



Publikationen

Die Friedenslehre des Augustinus   Die Friedenslehre des Augustinus

Augustinus, so die Grundthese der Darstellung, entwirft weder eine systematische Friedensethik noch eine Kasuistik des gerechten Krieges, sondern eine theologisch konzipierte Friedenslehre, in deren Licht er nach Konsequenzen für das politische Handeln fragt. Die Zielsetzung, die wichtigsten Aussagen Augustinus' zur Friedensethik nicht von ihren wirkungsgeschichtlichen Engführungen, sondern von den großen Themen augustinischer Theologie her zu rekonstruieren, erweist sich als überaus ertragreich. Es ergibt sich ein Durchblick durch das augustinische Gesamtwerk unter der Perspektive einer genuin theologischen Friedenskonzeption, wie er in dieser Form weder in der allgemeinen Augustinus-Forschung noch unter den historischen Studien zur Entwicklung der bellum-iustum-Lehre zu finden ist.
 
ISBN / Artikel-Nr: Einband: Seiten: Erschienen:
978-3-17-018744-3 gebunden 564 2005
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Menschrechte im Spannungsfeld von Freiheit, Gleichheit und Solidarität   Menschenrechte im Spannungsfeld von Freiheit, Gleichheit und Solidarität

Die Auseinandersetzung über den Universalitätsanspruch der Menschenrechte bedeutet eine wichtige Anfrage an dieses Konzept. Dabei geht es zum einen um eine normtheoretische Verständigung über die Möglichkeiten legitimer kultureller Differenz, zum anderen um die praktische Vermittlung des Menschenrechtskonzepts in Kontexte hinein, die diesem Modell einer sukzessiven Realisierung politischer Gerechtigkeit bislang aus unterschiedlichen Gründen distanziert gegenüberstehen. Der Diskurs über Menschenrechte wird damit zur entscheidenden Schnittstelle" interkultureller und interreligiöser Dialoge, soweit sie Gestaltungsfragen der politischen und sozialen Ordnung betreffen.
 
ISBN / Artikel-Nr: Einband Seiten Erschienen
978-3-17-015585-5 gebunden 236 2002
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Pluralität und Rationalität   Pluralität und Rationalität

Die Pluralität unterschiedlicher Weltanschauungen beinhaltet ein Gewaltpotential. Sie stellt ein dringendes friedensethisches, aber auch vernunfttheoretisches Problem dar, insoweit sich konkurrierende Wahrheitsansprüche gegenseitig relativieren. Im 15. Jahrhundert nimmt sich Nikolaus Cusanus dieser Problematik an und schlägt eine interreligiöse Konkordanz durch Dialog vor. In seinem Modell werden mehrere Diskursebenen und verschiedene Dimensionen des Phänomens "Religion" differenziert. So kann es den aktuellen Diskurs um Religiosität, Pluralität und Rationalität befruchten.
 
ISBN / Artikel-Nr: Einband Seiten Erschienen
978-3-17-019797-8 gebunden 568 2007
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Francisco de Vitoria zu Krieg und Frieden   Francisco de Vitoria zu Krieg und Frieden

In der Diskussion um den Herrschaftsanspruch Kaiser Karls V. über die amerikanischen Indianervölker entwickelt Francisco de Vitoria die Idee eines internationalen Rechts. Es gründet in der Anerkennung allgemeiner Menschenrechte und zeigt sich im Gewohnheitsrecht des zwischenstaatlichen Verkehrs. Vitoria bricht die im frühen 16. Jahrhundert diskutierte Figur des "gerechten Krieges der Spanier gegen die Indianer" auf und stellt die Vision einer alle Menschen und Staaten umfassenden Rechtsgemeinschaft dagegen: "Der ganze orbis bildet gewissermaßen eine res publica".
 
ISBN / Artikel-Nr: Einband Seiten Erschienen
978-3-17-013248-1 gebunden 213 1994
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Den Frieden verantworten   Den Frieden verantworten

Francisco Suárez (1548-1617) steht an der Schwelle zwischen mittelalterlicher Scholastik und moderner Rechtsphilosophie. Dies erlaubt es, in ihm einen Theologen zu sehen, der - Bewährtes bewahrend - wichtige Errungenschaften des neuzeitlichen Denkens vorwegnahm, ohne (im Unterschied zur Aufklärung) die christliche Perspektive grundsätzlich aufzugeben. Seine Synthese zwischen Rechts- und Tugendethik wird insbesondere an der Idee des Friedens sichtbar, auf die hin die Forderungen der Gerechtigkeit und der Gottesliebe (caritas) selbst dort ausgerichtet sind, wo die politische Praxis jenem Ziel offenbar zu widersprechen scheint: im Krieg. Kremer zeigt am Beispiel zwischenstaatlicher Herrschaftsausübung, wie Suárez vom Begriff des gerechten Friedens her seine Theorie des politischen Handelns unter der Perspektive des Heils entfaltet.
 
ISBN / Artikel-Nr: Einband Seiten Erschienen
978-3-17-020165-1 gebunden 292 2008
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