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Friedensbibliothek




 

Novität

An dieser Stelle bieten wir Ihnen in loser Abfolge interessante Texte an: friedensethische Klassiker, kirchliche Verlautbarungen und aktuelle Stellungnahmen.

Schauen Sie doch einfach von Zeit zu Zeit hier vorbei!

 

Weltfriedensbotschaft 2012

Botschaft seiner Heiligkeit Papst Benedikt XVI. zur Feier des Weltfriedenstages am 1. Januar 2012:

Die Jungen Menschen zur Gerechtigkeit und zum Frieden erziehen.

Der Anfang eines neuen Jahres, das ein Geschenk Gottes an die Menschheit ist, regt mich an, von Herzen und mit großer Zuversicht an alle einen besonderen Glückwunsch zu richten für diese Zeit, die vor uns liegt, daß sie konkret von Gerechtigkeit und Frieden geprägt sei.

Mit welcher Einstellung soll man auf das neue Jahr schauen? In Psalm 130 finden wir ein sehr schönes Bild. Der Psalmist sagt, daß der gläubige Mensch auf den Herrn wartet, „mehr als die Wächter auf den Morgen“ (V. 6); er erwartet ihn mit fester Hoffnung, denn er weiß, daß er Licht, Barmherzigkeit, Heil
bringen wird. Diese Erwartung geht aus der Erfahrung des auserwählten Volkes hervor, das erkennt, von Gott dazu erzogen zu sein, die Welt in ihrer Wahrheit zu sehen und sich von den Nöten nicht niederschlagen zu lassen. Ich lade euch ein, mit dieser zuversichtlichen Einstellung auf das Jahr 2012 zu
schauen. Es stimmt, daß im zu Ende gehenden Jahr das Gefühl der Frustration zugenommen hat durch die
Krise, welche die Gesellschaft, die Arbeitswelt und die Wirtschaft bedrängt – eine Krise, deren Wurzeln vor allem kultureller und anthropologischer Art sind. Es scheint beinahe, als habe ein dichter Schleier unsere Zeit in Dunkelheit gehüllt und erlaube nicht, das Tageslicht deutlich zu erkennen.

In dieser Dunkelheit hört jedoch das Herz des Menschen nicht auf, das Morgenrot zu erwarten, von dem der Psalmist spricht. Diese Erwartung ist bei den jungen Menschen besonders lebendig und augenscheinlich, und deshalb wenden sich meine Gedanken an sie...




Die Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute besteht zwar aus

zwei Teilen, bildet jedoch ein Ganzes.

Sie wird "pastoral" genannt, weil sie, gestützt auf Prinzipien der Lehre, das Verhältnis

der Kirche zur Welt und zu den Menschen von heute darzustellen beabsichtigt. So

fehlt weder im ersten Teil die pastorale Zielsetzung noch im zweiten Teil die lehrhafte

Zielsetzung.

Im ersten Teil entwickelt die Kirche ihre Lehre vom Menschen, von der Welt, in die

der Mensch eingefügt ist, und von ihrem Verhältnis zu beiden. Im zweiten Teil

betrachtet sie näher die verschiedenen Aspekte des heutigen Lebens und der

menschlichen Gesellschaft, vor allem Fragen und Probleme, die dabei für unsere

Gegenwart besonders dringlich erscheinen. Daher kommt es, daß in diesem zweiten

Teil die Thematik zwar den Prinzipien der Lehre unterstellt bleibt, aber nicht nur

unwandelbare, sondern auch geschichtlich bedingte Elemente enthält.

Die Konstitution ist also nach den allgemeinen theologischen Interpretationsregeln zu

deuten, und zwar, besonders im zweiten Teil, unter Berücksichtigung des Wechsels

der Umstände, der mit den Gegenständen dieser Thematik verbunden ist.